Windenergietage NRW 2016

Ein Rückblick

Für eine Energiewende mit Rückenwind ist noch viel zu tun

Im Jubiläumsjahr 2016 haben sich über 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 5. Windenergietage NRW über Ausschreibungen, Artenschutz und Akzeptanz ausgetauscht.

„Jetzt müssen den Ankündigungen aber auch Taten folgen!“, appellierte Andreas Lahme, Vorsitzender des LEE NRW, in seiner Eröffnungsrede zu den 5. Windenergietagen NRW an die Politik. Mit Blick auf den Weltklimavertrag von Paris forderte Lahme ein, was eigentlich schon lang im Gange sein sollte: den zügigen Umstieg auf Erneuerbare Energien: „Dabei ist die Windenergie die zentrale Säule unserer Energieversorgung – heute und in Zukunft: Motor für die Energiewende, für Klima und Umwelt unabdingbar“, unterstrich Lahme.

Angesichts der Verpflichtungen und Herausforderungen durch den Weltklimavertrag kritisiert die Branche die ab 2017 geltenden Ausschreibungen für die Windenergie als den vollkommen falschen Weg für eine beschleunigte Energiewende. Daher beschäftigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in gleich zwei Themenblöcken mit den Konsequenzen des neuen Gesetzes auf den Ausbau der Windenergie in Nordrhein-Westfalen. Weiterhin wird befürchtet, dass das neue Modell einen Rückgang der Ausbauzahlen, ein Abwürgen von Bürgerwindprojekten und eine Einschränkung der Akteursvielfalt zur Folge haben wird.

Neben den Ausschreibungen bot das Thema Artenschutz Diskussionsstoff. Klaus Schulze Langenhorst, Vorsitzender des Bundesverbandes WindEnergie NRW, forderte hier nachdrücklich, dass die Landesregierung den Artenschutz wieder mit mehr Augenmaß im dringend zu überarbeitenden Leitfaden behandelt. Andreas Lahme ergänzte: „Erneuerbare Energien und Artenschutz sind kein Widerspruch. Im Gegenteil. Artenschutz ist richtig und wichtig. Allerdings sehen wir immer häufiger, dass er als reiner Verhinderungsgrund gegen Windprojekte instrumentalisiert wird.“

Darüber hinaus stand das wichtige Thema Akzeptanz im Fokus. Die Fachleute aus allen Bereichen der Windenergie diskutierten verschiedene Mittel und Wege für mehr Akzeptanz in der Bevölkerung. So war man sich darin einig, dass Bürgerbeteiligung und Dialogformate auf Augenhöhe essenziell für den weiteren Ausbau der Windenergie sind.

Mit speziellen Fachforen zu technischen Innovationen oder dem neuen EEG sowie etlichen weiteren Vorträgen etwa zur Sektorenkopplung mit der Windenergie und den gesetzlichen Rahmenbedingungen boten die Windenergietage NRW auch im fünften Jahr sowohl eine große Bandbreite als auch inhaltliche Tiefe. Mit rund 50 Unternehmen und Verbänden waren mehr Aussteller auf der Veranstaltungsmesse vertreten als je zuvor.

Die nächsten Windenergietage NRW finden vom 23. bis 24. November 2017 in Bad Driburg statt.